Warum ich keine Campingplätze mag – #12Monate12Nächte, Nacht Drei

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Ich finde es immer wieder ziemlich aufregend, morgens noch nicht zu wissen, wo ich am Abend mein Zelt aufschlagen oder frei übernachten werde. Auch, weil es nur an wenigen Orten in Deutschland ausdrücklich erlaubt ist. Warum ich trotzdem Campingplätze meide, dazu später mehr.

Beim Wild-Zelten bewegt man sich in Deutschland in der Regel entweder in einer rechtlichen Grauzone, oder es ist verboten. Meist schaue ich vor einer Tour genau auf eine Karte und auf die Satellitenansicht von Google Maps, um ein Gefühl für die Umgebung zu bekommen. Weil in jedem Bundesland andere Regeln gelten, kann man sich im Paragrafendschungel der Naturschutzgesetze schneller verirren als in einem deutschen Wirtschaftswald. Naturschutzgebiete und Nationalparks sind natürlich tabu.

Anreisen tue ich grundsätzlich nur zu Fuß mit dem Rad, Kajak oder ÖPNV. Ich kaue schon auch länger auf der Frage herum, was wohl mehr Schaden für Natur und Klima anrichtet: Ein Mensch, der oder die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, eine Nacht alleine wild zeltet und dabei keine Spuren hinterlässt oder jemand, der im Van oder Wohnmobil seine Zweitwohnung eingerichtet hat und damit durch die Lande fährt? Letzteres ist erlaubt, ersteres meist verboten.

In meiner dritten von mindestens zwölf geplanten Draußen-Nächten in diesem Jahr will ich es mir bei der Schlafplatzsuche etwas leichter machen und suche mir einen der 26 Übernachtungsplätze der Stiftung Naturschutz heraus. Hier darf man in Schleswig-Holstein legal zelten, wenn man zu Fuß, mit dem Rad oder Kanu anreist. Die Plätze sind meist nur einfache Flächen ohne jede Infrastruktur. Aber es gibt Ausnahmen mit Luxusfaktor: In Drage bei Friedrichstadt stellen Ute und Steve Gröne zum Beispiel eine Streuobstwiese vor ihrem Haus zum Zelten zur Verfügung. Sogar eine Toilette darf man benutzen und sich mit Trinkwasser versorgen. Skandinavische Verhältnisse mitten in Deutschland.

Wildes Schleswig-Holstein

Eine Woche vor meiner geplanten Übernachtung rufe ich die beiden an, um zu fragen, ob ich trotz des Beherbergungsverbots für eine Nacht mit Fahrrad und Zelt vorbeikommen darf. „Solange du alleine kommst, sollte das kein Problem sein“, überlegt Steve am Telefon. Wir plaudern noch ein bisschen und schnell bin ich schon am Telefon von der herrlichen Aufgeschlossenheit der beiden vollständig eingenommen.

Mit jedem Tag, den meine Übernachtung näher rückt, verschlechtert sich allerdings die Wetterlage: Sechs Windstärken, in Böen sogar acht und viele Schauer sind für beide Tage und die Nacht inzwischen angesagt. Obwohl ich mich natürlich zu nichts verpflichtet habe, fühle ich plötzlich Ute und Steve gegenüber eine gewisse Verbindlichkeit. Wir haben so nett telefoniert. Außerdem wollte ich schon immer unbedingt nach und nach alle Plätze des „Wilden Schleswig-Holstein“ kennenlernen. Eine Absage kommt also nicht in Frage. Mein innerer Schweinehund murrt zwar noch etwas, verstummt aber schließlich doch.

An einem kühlen Samstag Mitte März belade ich mein Fahrrad, steige in den Regionalzug und radele knapp zwei Stunden später von Friedrichstadt aus nach Osten. Kräftiger Rückenwind schiebt mich die nur gut sieben Kilometer bis nach Drage, dabei peitschen mir Schauer um die Ohren, und als ich nach einer halben Stunde tropfnass in Drage ankomme, erscheint mir der Gedanke, bei diesem Wetter wo auch immer mein Zelt aufzubauen, noch vollkommen abwegig. Vielleicht doch lieber zurück zum Bahnhof und wieder nach Hause?

Etwas unschlüssig stehe ich auf der sehr hübschen Streuobstwiese herum und beschließe, erst mal zu Fuß etwas die Umgebung zu erkunden. Mein Rad lasse ich einfach vollbepackt auf der Wiese stehen.

Warum ich keine Campingplätze mag

Für Menschen, die ohne Auto unterwegs sind und Zelten auf den meisten Campingplätzen nicht als Naturerlebnis empfinden, sind solche einfachen Trekking- oder Übernachtungsplätze ein Geschenk! Man braucht keine Angst zu haben, verscheucht zu werden und schläft meistens allein an einem recht schön gelegenen Platz in der Natur.

Auf richtigen Campingplätzen zelte ich eigentlich nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Zu Beginn meiner Karriere als leidenschaftliche Frischlufturlauberin war ich noch dem Irrtum aufgesessen, das Wort „Camping“ bedeute, im Zelt zu übernachten und das Wort „Campingabenteuer“ meine, sein Zelt aus eigener Kraft in die Natur zu tragen und dort aufzuschlagen.

Zahlreiche Internetseiten, Soziale Medien, Outdoorforen und -zeitschriften haben mich inzwischen eines besseren belehrt: „Camping“ bedeutet vielmehr, mit Wohnmobilen, VW-Bussen, SUVs oder anderen Autos auf einen Campinglatz zu fahren. Ein „Campingabenteuer“ heißt, mit einem Auto von Campingplatz zu Campingplatz zu fahren. Im Ergebnis sehen deutsche „Campingplätze“ nicht anders aus als stellenweise begrünte Parkplätze. Wohnmobil reiht sich an Wohnwagen, Campervan an Geländewagen. Das Knallen von Autotüren und das Anlassen und Abwürgen von Motoren ist der beständige Begleitsound dieses sogenannten Abenteuers.

Parkst du noch oder campst du schon?

Wahrscheinlich ist das eine etwas arrogante Haltung, aber ich habe noch nicht so recht verstanden, was daran „abenteuerlich“ sein soll, in einem großen Auto herumzufahren, in dem ich es schön warm und trocken habe, für die Fortbewegung keine eigene Energie aufwenden muss und nachts alles verriegeln kann. Manche dieser Gefährte sind mit ganzen Badezimmern ausgestattet. Trotzdem werden solche Reisen beharrlich mit der Vokabel „Campingabenteuer“ bezeichnet.

Für Menschen, die aus eigener Kraft mit einem kleinen Zelt anreisen und für die knallende Autotüren und laufende Motoren nicht zwangsläufig zu einem erholsamen Zelterlebnis gehören, sehen Campingplätze in Deutschland in der Regel keine Flächen vor.  

Kommt man zu Fuß oder mit dem Rad auf einem deutschen Campingplatz an, darf man sich seinen Zeltplatz meist nicht selber aussuchen, sondern bekommt eine Nummer zugewiesen, die der Campingwart auf einer abreißbaren Stellplatzkarte mit Kugelschreiber und ernstem Gesichtsausdruck umkreist. „Hier sind die Toiletten, hier ist der Kiosk, um 22 Uhr ist Nachtruhe!“

Mein „Campingabenteuer“ besteht dann darin, auf dem riesigen Gelände den Platz mit der richtigen Nummer zu finden und die Enttäuschung darüber zurückzuhalten, dass rechts von mir ein riesiges Wohnmobil und links von mir ein VW-Bus parkt, unter dessen Vordach ein kompletter Haushalt eingerichtet wurde. Nur bei wirklich starkem Sturm kann es attraktiv sein, in einem kleinen Zelt eingekeilt zwischen zwei großen Fahrzeugen zu übernachten. Aber dann kann man sich auch gleich einen IKEA Parkplatz suchen. Die sind auch oft weit außerhalb gelegen, mit ein paar Bäumchen versehen und außerdem kostenlos. Parkst du noch oder campst du schon?

Abends klingt dann von rechts das Gebrüll eines Champions League Spiels aus dem Fernseher, rhythmisch unterbrochen von dem Sound knallender VW-Bustüren auf der anderen Seite. Auf die Gefahr hin, mich jetzt bei VW-Bus Besitzer*innen sehr unbeliebt zu machen: Das knallende Schieben und schiebende Knallen der Seitentüren eines VW-Busses gehört für mich zu den schlimmsten aller Campingplatzgeräusche. Wohnmobiltüren scheinen wenigstens irgendwelche Dämpfer zu haben, sie lassen sich jedenfalls einigermaßen geräuscharm öffnen und schließen, so dass man davon nachts nicht aufwacht.

Aufmachen. Aufschieben. Zuschieben. Zuknallen.

Das Geräusch auf- und zuschlagender VW-Bustüren hingegen ist mehrteilig, lang und laut: Aufmachen. Aufschieben. Einrasten. Zuschieben. Zuknallen. Und das mehrfach. Tagsüber oder auch nachts, weil man noch schnell vor dem Unwetter das Geschirr ins Auto reinholen musste. Aber dann hat man es doch wieder rausgestellt, weil einem eingefallen ist, dass es ja ganz praktisch ist, wenn der angeklebte Kartoffelbrei schon mal im Regen einweicht. Und schließlich muss man doch nochmal aufs Klo. Aufmachen. Aufschieben. Zuschieben. Zuknallen. Hat aber die Zahnbürste vergessen. Aufmachen. Aufschieben. Zuschieben. Zuknallen. Und beim Zurückkommen, nachdem mich die gedämpfte Stimme des Sportreporters aus dem Wohnmobil gerade sanft in den Schlaf gemurmelt hatte, dann nochmal: Aufschieben. Zuschieben. Zuknallen. Und eine Stunde später muss dann die Freundin auch nochmal raus aus dem Bus.

Spätestens jetzt habe ich mich fest in das Kopfteil meines Schlafsacks verbissen, um die angestaute Aggressivität besser kontrollieren zu können. Mund auf. Reinbeißen. Ausrasten. Durchknallen.

Weil mein Schlafsack aber sehr teuer war und ich ihn und meine Nerven noch ein bisschen schonen möchte, bevorzuge ich nicht nur in der Coronazeit Übernachtungs- oder Trekkingplätze oder zelte gleich wild. Und deshalb unterbreche ich meinen Text an dieser Stelle für einen persönlichen Campingplatz-Appell!

Appell: Macht die Campingplätze schön!

Liebe Entscheidungsträger*innen der Tourismusgesetzgebung! Liebe Campingwarte! Wenn ihr es weiter richtig findet, unmotorisiert reisenden Einzelpersonen das Zelten in freier Natur zu verbieten, dann macht die Campingplätze schöner! Gebt uns eigene Wiesen, die nicht von Autos beparkt werden dürfen! Pflanzt ein paar Hecken als Windschutz und ein paar Bäume, die Schatten spenden! Stellt gern noch einen Wasserhahn auf, der nicht allzu weit weg ist. Wenn ihr es sehr gut mit uns meint, dann baut uns einen einfachen Unterstand, unter dem wir bei Regen kochen und unsere nassen Sachen trocknen können. Strom brauchen wir nicht. Auch das Klo oder andere Fazilitäten dürfen gern ein paar hundert Meter entfernt liegen. Wir sind schließlich schon 20 Kilometer gewandert oder 80 Kilometer geradelt, das schaffen wir auch noch. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Nordfriesland: Felder, Schafe, Hecken. Deich.

In Gedanken bereite ich schon eine kleine Demonstration für autoarme Zeltplätze vor, während ich auf meinem Spaziergang im strömenden Regen durch die nordfriesische Einöde stapfe, vorbei an Feldern, Schafen, Hecken, Feldern, Deich, Schafen, Hecken und Feldern. Auch ein paar Hecken sind dabei. Das Schmatzen der Schuhe auf dem matschigen Weg höre ich kaum noch, weil es vom Trommeln des Regens auf meiner Kapuze übertönt wird. Das Regenradar verspricht etwas Besserung am frühen Abend, und da ich auf fast religiöse Weise an die Wettervorhersage glaube, beschließe ich, einfach so lange weiter durch den Regen zu laufen, bis er irgendwann endlich nachlässt. Vier Stunden und viele Schafe später entdecke ich einen herrlichen Wasserwanderplatz direkt an der Eider. Schön abgelegen, schön eben und sogar mit Blick aufs Wasser. Schnell ist mir klar: Dieser Platz sticht sogar die schöne Streuobstwiese und das Wasserklo aus.

Eitelkeit und Einsamkeitssehnsucht

Als der Regen endlich nachlässt, laufe ich zurück nach Drage zu meinem Fahrrad und halte noch ein Pläuschchen mit Ute und Steve. Kurz komme ich ins Wanken, ob ich nicht doch auf ihrer Wiese bleiben sollte. Die beiden sind so herzlich, sogar ein Tee wird mir angeboten. Außerdem führt Steve eine Art Jahrbuch über alle Gäste des Übernachtungsplatzes. Ich wäre die erste des Jahres 2021 und würde ganz vorne im Jahrbuch erwähnt werden! Mit Foto! Meine Sehnsucht nach Einsamkeit und meine Eitelkeit fechten einen kurzen Kampf miteinander aus: „Du wärst die erste im Jahr!“ ruft die Eitelkeit! „Du willst es schön abgelegen haben.“ raunt die Sehnsucht. „Mit Foto!“ schreit die Eitelkeit. „Blick aufs Wasser“, flüstert die Sehnsucht. Und gewinnt. Ich verspreche Ute, Steve und mir selbst aber, wiederzukommen, das Gespräch weiterzuführen und den Tee nachzuholen.

Mein Übernachtungsplatz direkt an der Eider ist nicht nur wunderschön, sondern auch noch windgeschützt, so dass ich die sechs bis sieben Windstärken nur in den Baumwipfeln rauschen höre. Mein Zelt rührt sich kaum, was mich sehr beruhigt. Sturm und kräftiger Wind sind beim Zelten eigentlich mein größter Feind. Wenn ein Sturm an der Zeltwand rüttelt, werde ich ganz unruhig, an Schlafen ist nicht zu denken. Dann male ich mir aus, wie die Stangen unter dem Druck des Windes nachgeben, die Außenhaut einreißt oder wie ich als ganzer Haufen eingewickelt in ein Gewirr aus Zelthaut und zerbrochenen Stangen einer Roulade gleich vom Druck des Windes in den Fluss gerollt werde.

Der wärmste Ort im Zelt

Die Vorbereitungen zum Abendessen ziehen sich dann noch ziemlich in die Länge, weil der Spiritus in meinem Trangia-Kocher partout nicht zünden will. Spiritus mag keine Kälte und reagiert bei Temperaturen knapp über Null Grad auf mein wiederholt klickendes Feuerzeug ähnlich, als würde ich versuchen, Wasser anzuzünden. Ein wohltemperiertes Plätzchen wäre jetzt gut, wo sich der Spiritus zügig aufwärmen kann. Mein Blick schweift durchs Zelt und bleibt an meiner Hose hängen. Kurzentschlossen schraube ich den Deckel auf den mit Spiritus gefüllten Brenner, knöpfe meine Hose auf, klemme den Brenner zwischen meine Oberschenkel und freue mich, dass ich alleine unterwegs bin. Manchmal ist es besser, keine Zeugen zu haben. Das kalte Metall des Brenners ist in dieser Gegend des Körpers zwar nicht besonders angenehm, aber es ist definitiv der wärmste Ort im Zelt und der Effekt überzeugt. Schon nach wenigen Minuten ist das Teil einsatzbereit, der Spiritus brennt hervorragend.

Mit vollem Magen lausche ich noch dem Regen, der jetzt wieder eingesetzt hat und aufs Zelt tropft, dann dämmere ich weg.

Der Rückweg

Am nächsten Morgen hat der Regen aufgehört. Es bläst immer noch stark, und ich fürchte den Gegenwind, der mich heute erwartet. Gegenwind auf dem Rad kann mich echt fertig machen und so beschließe ich kurzerhand, die 50 Kilometer nach Sankt Peter Ording, wo ich heute noch am Strand den hektischen, kleinen Sanderlingen hinterherlaufen will, mit der Bahn abzukürzen. Als das Zelt abgebaut und mein Fahrrad wieder vollgepackt ist, mache ich meinen obligatorischen Gang um den Platz, bei dem ich ganz genau schaue, ob ich auch nichts liegen gelassen habe. Bevor ich aufs Rad steige, schaue ich etwas wehmütig auf den Fluss und frage mich, welches Plätzchen ich wohl bei meiner nächsten Übernachtung im April finden werde.

Campingplätze? Wer braucht schon Campingplätze.

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>>>Hier findet ihr eine Liste mit legalen, naturnahen, autofreien oder autoarmen Übernachtungsmöglichkeiten.

7 Gedanken zu “Warum ich keine Campingplätze mag – #12Monate12Nächte, Nacht Drei

  1. Danke für deinen Beitrag. Ich finde das Thema sehr schwierig.. ich selber campe auch lieber alleine in der Natur und all die Jahre war das auch unproblematisch. Jetzt, auch durch Corona befördert quasi, gibt es aber immer mehr Leute die genau das suchen. Und auch viel mehr Leute in der Natur, die irgendwie keinen Recht Bezug zu ihr haben und scheinbar nicht darüber nachdenken, wie sie ihre Orte hinterlassen.
    Ich wohne nah an einem geschützen Waldgebiet und seit letztem Jahr campen dort immer mehr Leute wild. Das Ergebnis sind Klopapierhaufen überall im Wald, mehr Müll usw.

    Deutschland ist einfach sehr besiedelt und zu viele Menschen haben zu wenig Bezug zur Natur.

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    1. Liebe Svenja, danke für deinen Nachtricht! Ja, das ist wirklich ein Problem. Genau deshalb wäre es toll, wenn Campingplätze naturnaher gestaltet werden würden, so dass es sich fast ein bisschen anfühlt, als würde man wild zelten :-). Liebe Grüße

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      1. Absolut. Das bin ich ganz bei dir. Ich war in Dänemark (eh großartig wg der ganzen Shelter- da funktionierte das echt gut) mal auf einen Campingplatz, da hatten die Zelte einen komplett eigenen Platz mit eigenem kleinen Waschhaus, Dach mit Bänken, Fahrradstellplätze, Wäscheleinen, vielen Bäumen und Sträuchern, so dass es schön lauschig war. Davon hätte ich gerne mehr! In Frankreich hatten wir solche Plätze auch manchmal, aber ja: viel zu selten.

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  2. Macht die Campingplätze schön – das unterschreibe ich sofort: Schatten, Windschutz, Ruhe und ein Unterstand, vielleicht noch ein paar Holzbänke mit Tisch. Ich hoffe sehr auf solche Initiativen wie Wildes SH und 1nitetent, um legal das echte Zelten zu ermöglichen. Bei Tagesradtouren in diesem Winter auf Fehmarn hat mein Mann sich immer lustig gemacht über die engen Dauerstellplätze. Er ist nicht so der Zeltfan, aber naturnahe Plätze fände auch er OK und wir könnten mit unseren Kindern ein kleines Outdoor-Abenteuer erleben.

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  3. Vieles kann ich bestätigen, einiges nicht.
    Ja, als Camper mit Zelt ist man heute ein Exot. Die Erfahrung mit der Nummer machte ich erst einmal. Meist gibt es für Radler und Fußwanderer eine Zeltwiese. Ich nutze auf Mehrtageswanderungen alle paar Tage einen Campingplatz um mal war, zu duschen.

    Mit den Campern im Blechzelt machte ich bisher gute Erfahrungen. Durfte meine Akkus aufladen und wurde auch mal zum Grillen eingeladen.

    ich koche im Hobo, der ist temperaturunabhängig. Nur im Wald setzt ich einen Spiritusbrenner in den Hobo.

    Liebe Grüße und gute Wege
    Eddy, der glückliche Rentner.

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  4. Danke für den wirklich guten Artikel.
    Die Eingangsfrage, warum wild zelten verboten ist, ist leicht beantwortet: Wir sind einfach zu viele, um alle wild zu zelten. 83 Millionen.
    Wo Du als Einzelperson keine sichtbaren Spuren hinterlässt, nun, vielleicht musstest Du mal mit dem Klappspaten ein kleines Loch graben und wieder zugraben und dann hast Du es mit Laub abgedeckt und Deine Feuerstelle hast Du auch so abgedeckt, dass man sie hinterher nicht sieht, also wo Du keine für Menschen sichtbare Spur hinterlässt, hast Du doch eine kleine, wenn auch vernachlässigbare Spur hinterlassen. Vielleicht freut sich sogar ein Baum, dass Du ihn gedüngt hast.
    Ich hätte als Reisende auch lieber, wenn ich in Deutschland so wild campen könnte wie in Skandinavien. Nur ist es leider so, musste ich als Betreuerin des Naturschutzgebietes Holnis lernen, dass es auch Menschen gibt, die sich nicht so rücksichtsvoll verhalten und auch vor einem Naturschutzgebiet keinen Respekt haben. https://bibo59.wordpress.com/2010/07/18/die-camper/
    Die alles platt trampeln und ihren Müll hinterlassen.
    Was die kleine vernachlässigbare Spur angeht: Schau Dir mal an, wo ein Geocache länger liegt. Da weist dir ein Trampelpfad zuverlässig den Weg zur Plastikdose. Genau das passiert auch, wenn viele an der selben Stelle campen. Aus vielen kleinen Spuren wird eine große. Und last not least: Wo ein Zelt steht, stehen bald mehrere und irgendwann auch der Bully mit Zeltaufsatz. Dann hast Du einen kostenlosen Campingplatz. Ich habe das einmal erlebt in den 80ern Odeceixe in Portugal. Da herrschte schon Seuchengefahr.
    Deswegen finde ich Deinen Apell: „Macht die Campingplätze schön“ so wichtig. Die Massen müssen gelenkt werden, ohne die Individualisten zu vernachlässigen. Es gibt in Frankreich viele kleine Plätze, auf die sich kaum jemals ein Auto verirrt, weil sie zu wenig Komfort bieten oder zu weit weg von der Hauptstraße liegen. Das waren die Besten. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gibt es das auch noch. Oder wenigstens einen abgetrennten Zeltplatz, in einiger Entfernung zu den Dauercampern und Wohnmobilen.

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  5. Toll geschrieben, macht Mut, selbst loszuziehen. Ich schlafe zwar meistens im Minicamper, möchte wandern mit Zelt aber unbedingt mal alleine probieren.
    Mit den Schiebetüren meines Berlingos werde ich in Zukunft sehr vorsichtig umgehen…🤭
    LG, Sandra

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