Vor dreißig Jahren reichte der Nordenskiöldgletscher noch bis dort, wo jetzt die Kajaks liegen. ©Andrea Sievers

Um Reisende nach Spitzbergen zu locken, wird auf Tourismusmessen nach wie vor gern das Bild der Eisbärmutter bemüht, die mit ihren zwei Jungen glücklich inmitten einer weiten Schneelandschaft spielt. Mit Erfolg: Spitzbergen gehört zu den beliebtesten Zielen von Arktisreisenden. In der Hauptsaison legen bis zu vier Kreuzfahrtriesen pro Woche im Hauptort Longyearbyen an. Bis zu 4000 Passagiere überschwemmen dann die kleine Ortschaft und können dabei die Bevölkerungszahl schon mal kurzfristig verdreifachen.

Die allermeisten Touristinnen und Touristen bekommen einen Eisbären auf ihrem kurzen Landgang allerdings nur in Form von Souvenirartikeln zu Gesicht. Eisbären auf Tassen, Mützen, Pullovern, Kalendern oder in Form von Pralinen gehen in den wenigen, kleinen Läden des Ortes weg wie geschnitten Brot.

Doch die arktische Idylle trügt, und das weiß niemand besser, als die Menschen, die dort leben und in den letzten Jahrzehnten den sie umgebenen Gletschern förmlich beim Schmelzen zuschauen konnnten.

So war der Hörsaal der Universität in Longyearbyen gut gefüllt, als am 6. Februar der Klimabericht „Climate in Svalbard 2100“ der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Ergebnisse des Berichtes sind drastisch, wenn auch eigentlich wenig überraschend.

Werden die Pariser Klimaziele nicht erreicht, also weiter so viel Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen wie jetzt, wird man sich in Spitzbergen darauf einstellen müssen, dass die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 auf sieben bis zehn Grad ansteigt und extreme Wetterlagen in den kommenden Jahrzehnten zur Normalität werden.

Selbst bei einer drastischen Reduktion der Treibhausgasemissionen ab 2020 gehen die Forscherinnen und Forscher von einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von  vier Grad aus.

Die meisten Arktisreisenden dürfte die Erderwärmung jedoch kalt lassen. Sie werden auch in Zukunft mit dem Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff nach Spitzbergen reisen und sich dort mit Eisbärensouvenirs eindecken.

Mehr zum Klimabericht „Climate in Svalbard 2100“ >>>hier in meinem Artikel für www.spitzbergen.de

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