Foto: Polizei Haugastøl, mit freundlicher Genehmigung

„Diese Geschichte handelt vom Überleben einer Totgeglaubten. Sie handelt von einem Vater, der stundenlang verzweifelt seine unter Schnee begrabene Tochter sucht. Sie handelt von Momenten, in denen sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit langsam und immer schwerer werdend nach und nach über die Seele legen. Und sie handelt von dem Glauben an das Unglaubliche, von der Wahrscheinlichkeit des Unwahrscheinlichen.

Im März 2017 gehen sechs Menschen auf eine Skitour in Norwegen. Das Gebiet gilt als kaum lawinengefährdet, und doch passiert genau das: Eine Lawine löst sich, alle sechs werden verschüttet. Es vergehen Stunden, bis die letzte von ihnen, die 23jährige Adina, endlich gefunden wird. Niemand glaubt in diesem Moment mehr daran, sie noch lebend zu finden. Dies ist das Protokoll ihrer Rettung.“

So beginnt meine Reportage, die im März 2018 – zum Jahrestag von Adinas Rettung – im Bergsteiger Magazin veröffentlicht wurde. Eine gekürzte Version der Reportage erschien am 6./7. Januar unter der Überschrift „Ich fühlte mich wie einbetoniert“ in der taz am Wochenende und auf taz.de >>>HIER.

Ich war im März 2017 nur wenige Tage nach dem Unglück im selben Skigebiet auf einer Hüttentour. Überall erzählte man uns von dem Unglück, Gerüchte machten die Runde: Eine junge Deutsche sei gestorben, schwer verletzt, habe unverletzt überlebt… Die Geschichte ließ mich nicht mehr los, so dass ich Kontakt zur Polizei in Haugastøl/ Norwegen aufnahm.

Schließlich durfte ich Uwe, Jannik, Stella, Michael, Hendrik und Adina treffen. Mehrere Stunden erzählten sie mir, was geschehen war. Ruhig, besonnen, aber auch ungläubig. Als könnten sie auch Wochen nach dem Unglück selber noch nicht recht begreifen, was ihnen zugestoßen war.

Bis heute rührt mich ihre Geschichte an. Adinas unwahrscheinliches Überleben, aber auch der Kampf eines Vaters um das Leben seiner Tochter, der Zusammenhalt von Freunden, über die eine Katastrophe hereinbricht.

Für das Vertrauen, ihre Geschichte erzählen zu dürfen, bin ich ihnen sehr dankbar.

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