Täglich über Buckelwale, Pinguine und Seelöwen berichten zu dürfen, ist natürlich ein toller Auftrag, auch wenn ich meinen Auftraggeber dabei ganz schön um seine Abenteuer beneide. Der Autor, Geologe und Expeditionsleiter Rolf Stange ist im Januar und Februar 2018 auf einem 22 Meter langen Segelschiff in der Antarktis unterwegs. Fast täglich berichtet er darüber in seinem lesenswerten Blog, der natürlich eine möglichst große Leser*innenschaft erreichen soll. Meine Aufgabe ist deshalb, die neuen Blogeinträge so zeitnah wie möglich auf seiner Facebook-Seite zu verbreiten. Und dabei gerate ich manchmal ganz schön ins Träumen…

 

Die Kommunikation ist dabei allerdings eine echte Herauforderung: Denn Rolf hat an Bord nur ein Satellitentelefon zur Verfügung, das optisch wie ein Steinzeithandy anmutet. Seine Texte und Bilder schickt er zunächst über das sogenannte Iridium-Netzwerk an seinen Webmaster KADO (Gruß an dieser Stelle und Danke für die tolle Zusammenarbeit!!). Mit normaler E-Mail Kommunikation hat das aber kaum etwas zu tun, denn so ein Bild braucht viele, viele Minuten für die Übertragung durch das Spezialtelefon, wobei die Übertragung auch noch sehr, sehr teuer ist. Dabei kostet allein so ein Telefon schon rund 1300 €. Und ab und zu fällt die Technik auch mal ganz aus.

Um das Iridium Netzwerk spinnt sich auch noch eine nette Geschichte: Es besteht aus 66 Satelliten, ursprünglich waren mal 77 geplant, deshalb auch der Name „Iridium“ – das ist ein chemisches Element, das mit der Ordnungszahl 77 benannt ist. Doch das 1991 gegründete Unternehmen „Iridium Inc.“ ging im August 2000 Konkurs. Es war die wohl größte Firmenpleite in der US-amerikanischen Geschichte. Die Kommunikation war zu teuer, die zieglesteingroßen Telefone zu unhandlich, Handytechnik und Internetnutzung inzwischen viel zu weit fortgeschritten. Aber für Expeditionen auf der ganzen Welt blieb die Kommunikation über „Iridium“ das einzige Kommunikationsmittel. Es folgten Proteste von Abenteurer*innen aus aller Welt, vor allem aber vom US Verteidigungsministerium, sodass der Druck der Öffentlichkeit schließlich dazu führte, dass das System erhalten blieb.

Hauptkunden sind aktuell das US-Militär, außerdem Reedereien, Fluglinien, Wissenschaftler*innen oder Unternehmen aus der Bodenschatzförderung. Aber eben auch Expeditionen und Abenteurer*innen.

Zum Glück gibt’s diese Technik noch, denn so kann ich weiter von antarktischen Abenteuern träumen…

Mitträumen? Hier geht’s >>>zum Antarktis-Blog von Rolf Stange.
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